GEMEINSAM AUF DEM WEG

Gemeinde leben mit Demenz

GEMEINDE LEBEN MIT DEMENZ

Ein wichtiges Ziel auf dem Weg zu einer inklusiven Kirchengemeinde ist es, die bestehende Zugehörigkeit von Menschen mit Demenz zu ihrer Ortsgemeinde zu sichern. Sie sind und bleiben Gemeindeglieder. Von einer Demenz betroffene Menschen sind ein Ausdruck der Normalität unserer Verschiedenheit. Dies kann Kirchengemeinden heilsam irritieren und verunsichern – und sie gleichzeitig reicher machen.

Dies kann in einer Kirche gelingen sich zu Menschen (mit einer Demenz) auf den Weg macht, sie einlädt und unter einem lebensräumlichen Blick auf das Verbindende und Gemeinsame handelt.

 

INKLUSION ALS KIRCHLICHE AUFGABE

Die gesellschaftliche und kirchliche Debatte der Teilhabe, Teilnahme und Teilgabe von Menschen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen, Behinderungen und Krankheiten wird aktuell unter dem Oberbegriff der Inklusion geführt. Inklusion heißt übersetzt "Einschluss", im Sinne von Dazugehörigkeit und Einbeziehung aller.

Dies meint, alle Menschen sind verschieden und sind gleichberechtigt zugleich. Jeder Mensch verdient eine besondere Aufmerksamkeit – nicht nur der Mensch mit einer Demenz! Alle Menschen mit und ohne Einschränkungen gehören dazu und dies nicht irgendwo am Rand auf einem gesonderten Platz, sondern in der gemeindlichen Mitte, "dabei und mittendrin".

DER WEG ZUR DEMENZSENSIBLEN KIRCHENGEMEINDE

Gerne geben wir Ihnen auf Nachfrage Ideen und Anregungen aus der Praxis weiter, die sich in unterschiedlichen Zusammenhängen bereits bewährt haben und einen Anstoß geben wollen, was Kirchengemeinden konkret tun können. Vieles davon ist ohne großen Aufwand umzusetzen. Anderes braucht Zeit, fachliche Kompetenzen und finanzielle Ressourcen. Kleine Schritte sind dabei oftmals wichtiger als große Projekte, so dass es nicht darum geht, in einem kurzfristigen Aktionismus möglichst viele Aktivitäten und Angebote zu initiieren.

Es geht darum, gemeinsam als Kirchengemeinde auf den Weg für und mit Menschen mit einer Demenz zu kommen. Wir gehen davon aus, dass dafür für jeden und jede von uns kleine Schritte möglich sind, wenn sie zunächst auch noch so unbedeutend erscheinen.

Sensibilisierung und Austausch

Menschen mit Demenz leben mitten unter uns. Sie sind Teil unserer Kirchengemeinde und wollen wahrgenommen und gewürdigt zu werden. Dieser Prozess beginnt mit einer genaueren Wahrnehmung und wachsenden Sensibilisierung für die besondere Situation von Menschen mit Demenz und ihren Familien in der Gemeinde.

Information und Aufklärung

Um vorhandene Ängste und Vorurteile, Ahnungslosigkeit und Gleichgültigkeit abzubauen und zu überwinden, helfen Informationen zum Krankheitsbild, zur Kommunikation und den Verhaltensweisen von Menschen mit Demenz. Dieses Wissen schafft bei anderen Gemeindegliedern wie auch den gemeindlichen Akteuren wachsende Sicherheit.

Wertschätzung und Wahrnehmung

Ein wesentliches Anliegen und Ausdruck von Wertschätzung, Selbstbestimmung und Wahrnehmung ist es, dass wir in den Kirchengemeinden weniger für Menschen mit Demenz tun, sondern mit ihnen. Und weniger über sie sprechen, sondern Sie selbst zu Wort kommen lassen.

Teilhabe und Gemeinschaft

Menschen mit Demenz leben häufig zunehmend zurückgezogen und haben noch zu wenige Möglichkeiten, am öffentlichen Leben im Sozialraum bzw. Wohnquartier teilzunehmen. Viele der Betroffenen und ihre pflegenden Angehörigen leiden unter der Isolation und Ausgrenzung mindestens ebenso wie unter den Symptomen der Erkrankung.

Spezialisierung und Solidarisierung

Die Wertschätzung von Verschiedenheit führt nicht nur zu Normalisierung und so viel Zugehörigkeit wie möglich zu vertrauten Menschen, Orten und Ritualen. Sie begründet genauso eine Spezialisierung und Solidarisierung der kirchlichen Handlungen für die besonderen Bedürfnisse und Bedarfe von Menschen mit einer Demenz und ihren Angehörigen.

Vernetzung und Kooperation

Auf dem Weg zu einer demenzsensiblen Kirchengemeinde sind alle so stark wie ihr Netz! Aus diesem Grund ist die Nutzung, Anregung und Etablierung von wohnortnahen, kleinräumigen wie auch übergeordneten Netzwerken von zentraler Bedeutung.